Intelligentes Beleuchtungsmanagement ebnet den Weg für vorausschauende Instandhaltung
Kommunen stehen unter zunehmendem Druck, ihre öffentlichen Beleuchtungssysteme zuverlässig und kosteneffizient zu betreiben. Die Berichterstattung durch Bewohner, Kontrollgänge und Instandhaltungsmaßnahmen sind zeitaufwendig, während es zunehmend an technischem Personal mangelt. Gleichzeitig wächst der Bedarf an aktuellen Informationen: Welche Leuchten sind betriebsbereit, bei welchen besteht Ausfallgefahr und wo könnten Sicherheitsrisiken auftreten?
Intelligente, vernetzte Beleuchtung bietet die Möglichkeit, diese täglichen Einblicke zu gewinnen. Heute werde ich erläutern, wie ein digitaler Ansatz im Lichtmanagement den Weg für vorausschauende Instandhaltung und eine nachhaltigere sowie effizientere Beleuchtungsinfrastruktur ebnet.
Warum traditionelles Management an seine Grenzen stößt
In den letzten Jahren haben wir uns darauf konzentriert, Leuchten intelligenter zu gestalten, um den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Effiziente Verwaltung und Wartung sind ebenso wichtig wie Nachhaltigkeit. Die Herausforderung für die Verwalter kommunaler Anlagen besteht darin, festzustellen, welche Leuchten funktionsfähig sind, und die genaue Art etwaiger Probleme zu ermitteln. Häufig sind die Verwalter auf Meldungen der Bewohner angewiesen, bevor sie und ihre Auftragnehmer die notwendigen Reparaturen durchführen können. Zudem führen viele Gemeinden zur Vorbereitung auf den Winter nur ein oder zwei Inspektionsrunden pro Jahr durch. Dieser Ansatz ist zeitaufwendig und kostspielig. Zudem wird es immer schwieriger, technisch qualifiziertes und erfahrenes Personal zu finden.
In intelligenten und vernetzten Systemen fungiert ein Controller (oft als „Puck“ bezeichnet) als „SIM-Karte“ des Systems und wird direkt an der Leuchte installiert. Nach der Aktivierung erfasst er eine Vielzahl technischer Daten aus verschiedenen Quellen und leitet diese direkt an das Managementsystem weiter. Dies bietet einen erheblichen Vorteil: Anlagenverwalter können täglich digitale Inspektionen mit ihrem Laptop durchführen. Durch die Fernüberprüfung von Fehlermeldungen können sie genau feststellen, warum eine Leuchte ausfällt – sei es aufgrund eines Defekts der LED-Einheit, des Treibers oder eines Verbindungsproblems. Dadurch können Fremdfirmen mit den richtigen Ersatzteilen vor Ort erscheinen, sodass der Fehler bei einem einzigen Besuch behoben werden kann.
Algorithmen und Push-Benachrichtigungen
Die Plattform für das Managementsystem ermöglicht auch die Prozessautomatisierung. Beispielsweise kann ein Betreiber sofort benachrichtigt werden, wenn mehrere Leuchten auf derselben Straße ausfallen.
In dieser automatisierten Umgebung können benutzerdefinierte Algorithmen definiert werden, um die Sicherheit zu priorisieren. An einem Autobahnkreuz könnte beispielsweise eine Regel festgelegt werden, wonach nie mehr als zwei Leuchten gleichzeitig ausfallen dürfen.
Push-Benachrichtigungen können mit diesen Algorithmen verknüpft werden, sodass der Wartungsdienstleister automatisch benachrichtigt wird, sobald ein bestimmter Schwellenwert erreicht wird. Dadurch entsteht ein optimales Gleichgewicht: Die Betriebszeit der Beleuchtung wird maximiert, die Sicherheit der Anwohner wird erhöht und die Kosten für die instandhaltenden Maßnahmen der Gemeinde werden auf ein Minimum reduziert.
Von der Problemlösung zur vorausschauenden Instandhaltung
Dank der Daten aus intelligenten Systemen werden wir bald von der reaktiven zur vorausschauenden Instandhaltung übergehen können. Diese umfasst die Analyse von Mustern, um das Systemverhalten vorherzusagen, bevor ein Fehler auftritt.
Dies ist eine der wichtigsten Prioritäten für unsere Kunden. Es geht nicht nur darum, ob eine Leuchte ausgetauscht werden muss, die Daten können auch zeigen, ob ein Gerät mehr Strom verbraucht als erwartet. Das ist oft ein Anzeichen dafür, dass ein Bauteil ausfällt.
Um dies zu unterstützen, plant Schréder, in naher Zukunft zu diesem Zweck KI einzusetzen.
Mithilfe von KI können wir potenzielle Probleme auf der Grundlage wahrscheinlicher Szenarien besser vorhersagen, sodass Betreiber ihre Wartungsstrategien entsprechend anpassen können.
Derzeit sind etwa 15 % der Beleuchtungspunkte „intelligent“. Mehr Gemeinden müssen den Nutzen dieser Systeme erkennen. Für einige besteht der Hauptvorteil in Energieeinsparungen durch fortschrittliches Dimmen. Für andere geht es um die Verwaltung ihrer Anlagen und darum, einen besseren Überblick über ihre Infrastruktur zu gewinnen. Für wieder andere liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Dienstleistungen für die Bewohner oder der Optimierung der Instandhaltung.
Um die verbleibenden 85 % von der Bedeutung intelligenter Beleuchtung zu überzeugen, konzentriert sich die Branche auf Interoperabilität. Dadurch können Betreiber Produkte anderer Hersteller über unser System verwalten und umgekehrt. Dies ist dank Standardisierung technisch möglich: Sowohl die Software als auch die Hardware verwenden nun dieselben Protokolle. Als Branche betrachten wir Interoperabilität eher als Chance denn als Bedrohung.
Wissensaustausch
Wir bei Schréder sind der Ansicht, dass es für Kommunen wichtig ist, Wissen und Erfahrungen zum Thema intelligente Beleuchtung auszutauschen. Städte wie Amsterdam, Tilburg, Enschede und Almere setzen intelligente Beleuchtung in großem Umfang ein und haben dabei bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Sie sind auch offen für den Austausch dieser Erkenntnisse.
Wir unterstützen dies auf zwei Arten. Zunächst einmal organisieren wir Anwendertage, bei denen die Plattform, das Produkt und die Dienstleistungen im Mittelpunkt stehen. Zweitens veranstalten wir Inspirationstage für größere Gemeinden, um die aktuellen und zukünftigen Vorteile intelligenter Beleuchtung zu präsentieren. Die vorausschauende Instandhaltung ist bei diesen Veranstaltungen stets ein zentrales Thema.
Während der Schwerpunkt zunächst auf der für den Anschluss einer Leuchte erforderlichen Hardware lag, verlagert er sich nun auf die Verwaltungsplattform. Bei Schréder heißt diese Plattform Schréder EXEDRA.
Da unsere Software Cloud-basiert ist, können wir Daten nahtlos austauschen und integrieren. So können wir beispielsweise bereits Wetter- und Verkehrsinformationen in unsere Lösungen integrieren. Das bedeutet, dass sich die Beleuchtung automatisch an die Wetter- oder Verkehrsbedingungen anpassen kann. Derzeit testen wir Beleuchtungsnetze, die mit Verkehrsleitsystemen und Rettungsdiensten vernetzt sind, um die Sicherheit zu erhöhen. Dieser Ansatz ist zudem nachhaltiger und bietet den Nutzern einen besseren Service. Diese Fortschritte unterstreichen die entscheidende Bedeutung der vorausschauenden Instandhaltung bei gleichzeitiger Verbesserung der Nachhaltigkeit und des Nutzerdienstes.
Der Anlagenverwalter als Datenstratege
Der Übergang zu intelligentem Management und intelligenter Instandhaltung definiert die Rolle des Anlagenverwalters neu und verwandelt ihn zunehmend in einen Datenstrategen.
Es handelt sich um eine wirklich datengestützte Arbeitsweise, bei der die Planung auf zuverlässigen Informationen aus der Schréder EXEDRA-Plattform basiert. Dadurch können die Betreiber ein optimales Umfeld schaffen, das leicht zu pflegen ist.
Schréder unterstützt Kommunen beim Übergang zu intelligenter Beleuchtung dabei, diese neuen Prozesse nahtlos in ihre eigenen Arbeitsabläufe und die ihrer Auftragnehmer zu integrieren. Wir stellen sicher, dass sie das System so nutzen, dass es ihren Kernprioritäten entspricht, und dass die Plattform ihre politischen Ziele direkt unterstützt. Diese Veränderung spiegelt den umfassenden Wandel bei Schréder selbst wider.
Früher war unser Ansatz in erster Linie hardware-gestützt. Heute bewegen wir uns in Richtung serviceorientierter Lösungen. Dies erfordert ein tiefes Verständnis für unsere Kunden und ihre spezifischen Bedürfnisse.
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